Beruf

Ein Beruf in der Praxis einer innovativen High-Tech-Branche

Grundlagen ermitteln

Erst planen, dann bauen

Die Planung und Ausführung von Bauprojekten erfordert eine sorgfältige und fundierte Vorbereitung. Aufgabe des Ingenieurs ist es zunächst, mit dem Bauherrn über seine Vorstellungen zu sprechen. Dabei werden auch der Bedarf und die örtlichen Gegebenheiten, zum Beispiel die Beschaffenheit des Bodens, erörtert.

Ebenfalls ganz am Anfang steht meist die Vermessung des Grundstücks. Bei bereits bebauten Flächen wird eine Bestandsanalyse angefertigt. Sie dient als Grundlage für die Bewertung des Grundstücks und weitere Planungen. Falls dies gewünscht ist, wird untersucht ob sich die bereits bestehenden Gebäude und Bauwerke problemlos in das neue Bauvorhaben integrieren lassen.

Eine geotechnische Untersuchung gibt Aufschluss darüber, welche Bodenart vorliegt, in welcher Tiefe sich der Grundwasserspiegel befindet und ob der Boden eventuell mit Altlasten kontaminiert ist.

Zu den gesetzlichen Aufgaben des Ingenieurs im Bauwesen gehört es außerdem, die Umweltverträglichkeit der Baumaßnahme zu prüfen. Er setzt sich hierbei mit den Auswirkungen auf die Umwelt auseinander, untersucht die möglichen Folgen und beurteilt sie.

Grundlagen ermitteln

Fragen die es zu klären gilt: Welchem Zweck soll der Bau dienen? Welche Möglichkeiten gibt es für die Umsetzung? Welches Budget kann eingesetzt werden?

Planen und konstruieren

Optimal planen und konstruieren

Grundanforderung an alle Ingenieure ist es, optimal zu planen und zu konstruieren. Das gilt für Brücken über Täler, Gewässer, Straßen oder Bahnlinien genauso wie für Wohn- und Bürogebäude, Fabrikhallen etc. Auch Straßen- oder Eisenbahntrassen und Kanalnetze werden von Ingenieuren im Bauwesen geplant und konstruiert.

Basis jeder Tätigkeit ist eine gute Planung und eine optimale Konstruktion. Vieles, mit dem der Ingenieur zu tun hat, lässt sich nicht anfassen, ist unsichtbar. Das trifft zum Beispiel auf das Bemessen (die Dimensionierung der Bauteile) zu. Der Ingenieur muss das von ihm verwendete Material beherrschen. Er muss die Kräfte kennen, die darauf einwirken, zum Beispiel die Schwerkraft, Wind- und Schneekräfte und die mögliche Verkehrsbelastung. Bei seinen Planungen muss er mögliche Erschütterungen und dynamische Belastungen berücksichtigen.

Am deutlichsten wird die Konstruktion meist bei spektakulären Brücken, Staudämmen und Hochhäusern sichtbar. Aber auch gewöhnliche Bauwerke müssen Ingenieure so planen und konstruieren, dass sie sicher und dauerhaft sind, damit Menschen darin wohnen und arbeiten können.

Deshalb legen Ingenieure auch auf Details großen Wert, etwa wenn es um Treppengeländer, Gebäudeklima, Energieeffizienz, Ampelschaltungen oder auch Entwässerungseinrichtungen geht.

Drohnelflug

Beim Drohnenflug von Ingenieur Stefan Federlein könnt ihr einmal quer über eine Baustelle fliegen.

Versorgen und Vorsorgen

Nachhaltigkeit durch innovative Ideen

Ingenieure planen und bauen für Menschen und tragen deshalb eine besondere Verantwortung. Die Sicherung unserer Lebensgrundlagen hängt vom Versorgungspotenzial der Ökosysteme unseres Planeten ab.

Im Moment liegt der sogenannte „ökologische Fußabdruck“ der Menschheit allerdings rund 30% über der Regenerationsfähigkeit der Erde. Konkret heißt das: wir überbeanspruchen die natürlichen Ressourcen unserer Erde. Untersuchungen gehen davon aus, dass wir bei anhaltendem Ressourcenverbrauch im Jahr 2030 zwei „Erden“ benötigen würden.

Der Umbau der weltweiten Wirtschaftskreisläufe unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit ist somit eine zentrale Aufgabe des 21. Jahrhunderts. Sie kann nur durch
Weiterentwicklung und Einsatz innovativer Techniken gelingen.

Dabei sind besonders Ingenieure gefordert. Sie stellen sich bereits heute ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, indem sie

  • ressourcenschonende Techniken entwickeln und einsetzen,
  • die Energieeffizienz, zum Beispiel von Gebäuden, verbessern und
  • unter Berücksichtigung ganzheitlicher Gesichtspunkte komplette Lebenszyklen von Gebäuden betrachten
Drohnelflug

Der Kurzfilm Flow des Umweltbundesamtes beleuchtet eines unserer dringlichsten Probleme: die Verschwendung unserer natürlichen Ressourcen.


Projekte managen

Immer den Durchblick behalten

Ingenieure kümmern sich nicht nur um Grundlagenermittlung, Planung, Konstruktion und Bauausführung. Sie wirken auch in Projektsteuerungs-Teams mit, sind Projektleiter oder nehmen die Bauherrenfunktion wahr.

Dazu entwickeln sie Steuerungsinstrumente wie Termin-, Budget- und Ressourcenpläne, aber auch Projektstrukturpläne für die Kommunikation und die Regelung von Kompetenzen und Entscheidungsprozessen. Zusätzlich übernehmen sie als Projektleiter eine Integrationsfunktion - zum Ausgleich unterschiedlicher Interessen, zur Überbrückung von Kulturunterschieden und zur Teambildung.

Für Projektsteuerung, Projektleitung oder -management werden vom Ingenieur viele Kompetenzen verlangt:

  • Fach- und Methodenkompetenz (Projektmanagement-Instrumente, Delegationsfähigkeit, Moderation, Präsentation)

  • Soziale Kompetenz (Vorbildfunktion, Offenheit, Vertrauen, Lob und Kritik, Konfliktfähigkeit, Durchsetzungsvermögen)

  • Persönliche Kompetenz (Verantwortungsbewusstsein, Motivation und Überzeugungsfähigkeit, Frustrationstoleranz, Loyalität, Besonnenheit, Verhandlungshärte und -geschick)


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Neben der Termin- und Kostenkontrolle ist der Ingenieur in vielen Bereichen auch für das Qualitätsmanagement zuständig (Aufstellen, Festlegen und Einhalten von Qualitätskriterien).

Einblicke in spannende Projekte und den Arbeitsalltag von Ingenieuren erfahrt ihr übrigens auch unter ingenieur-talente.de

Ein Beruf - viele Möglichkeiten

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