17.07.2026 - Wiesbaden
Im Mai 2026 wurde in Deutschland der Bau von 21.000 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 24,7 % oder 4.200 Baugenehmigungen mehr als im Mai 2025. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 29,9 % oder 4.100 auf 17.800. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,0 % oder 100 auf 3.200.
Baugenehmigungen im Neubau von Januar bis Mai 2026 zum Vorjahreszeitraum:
Im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 wurde in Deutschland der Bau von 104.700 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 15,4 % oder 13.900 Wohnungen mehr als von Januar bis Mai 2025.
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis Mai 2026 insgesamt 86.000 Wohnungen genehmigt, das waren 16,6 % oder 12.200 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum.
Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,6 % (+2.200) auf 19.900. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 21,6 % (+1.100) auf 6.200 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 56.100 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 18,9 % (+8.900) gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen blieb dagegen mit einem Anstieg von 0,1 % auf 3.900 Wohnungen (+5) nahezu unverändert.
In neuen Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis Mai 2026 insgesamt 1.700 Wohnungen (+26,8 %; +400) genehmigt. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.
Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis Mai 2026 insgesamt 16.900 Wohnungen genehmigt, das waren 8,6 % oder 1.300 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025.
Quelle und Grafik: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Aufwärtstrend nur auf dem Papier
Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen für die Baugenehmigungen im Mai 2026 kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe:
„Im Mai wurden 21.000 Wohnungen genehmigt – 24,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Mai genehmigten die Behörden damit 104.700 Wohnungen, ein Plus von 15,4 Prozent. Der Aufwärtstrend auf dem Papier hält damit an.
Die Genehmigungszahlen sind ein guter Frühindikator dafür, wie der Wohnungsbau sich in den kommenden zwei bis drei Jahren entwickeln kann. Ob aber die Bauherren den Bau umsetzen, machen sie abhängig von den Kosten. Und genau da liegt das Problem.
Die Neubaupreise für Wohngebäude sind im Mai um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Material, Energie und Finanzierung verteuern sich gleichzeitig, für viele Bauherren trägt die Kalkulation am Ende nicht mehr. Allein im vergangenen Jahr sind über 35.000 Baugenehmigungen auch wegen der gestiegenen Finanzierungskosten erloschen, so viele wie seit über 20 Jahren nicht.
Ein wichtiger Hebel, um die Baukosten zu senken, ist der Gebäudetyp E – hier muss die Bundesregierung endlich liefern. Wir haben viel zu lange diskutiert und Zeit verloren, in der bezahlbarer Wohnraum hätte entstehen müssen.Wir müssen raus aus dem lähmenden Ankündigungsmodus von Maßnahmen und dringend in die Umsetzung kommen.
Auch bei der Förderung muss nachjustiert werden. Hier wird viel Potenzial verschenkt. Die Zinsen im EH-55-Programm sind noch immer zu hoch und vor allem zu volatil. Die Förderung muss verlässlich über mehrere Jahre angelegt sein und nicht nur bis Ende des Jahres 2026. Zinsgünstige und -stabile Darlehen wären für viele Menschen das Signal, privates Kapital für den Wohnungsbau zu aktivieren. Sehr schnell braucht der Markt Klarheit über die Höhe und die Konditionen für die Neuordnung der KfW-Förderung im Jahr 2027.
Zusätzlichen Schwung brächte eine Sonder-AfA, die endlich an den EH-55-Standard gekoppelt wird statt an EH-40. Wenn EH-55 für die Eigenheimförderung ausreicht, muss der Standard erst recht für den Mietwohnungsbau gelten.“
Die Baugenehmigungen verzeichnen seit einem Jahr in Folge ein Plus: Wohnungsbaukrise trotzdem noch nicht überwunden
Das Statistische Bundesamt meldete für Mai 2026 mit 21.000 Baugenehmigungen bei Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neu- und Umbau) ein Plus von 24,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit setzt sich der positive Trend bei den Baugenehmigungen bereits seit einem Jahr monatlich fort.
Auch die Entwicklung in den ersten fünf Monaten des Jahres zeigt nach oben: Von Januar bis Mai 2026 wurden 104.700 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Zuwachs von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
„Die positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen ist gut, aber sie kommt bislang nicht in den Auftragseingängen an. Die Krise im Wohnungsbau ist daher noch lange nicht überwunden. Dass die geplante Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Kürzungen für energetische Bestandssanierungen in Mehrfamilienhäusern vorsieht, schwächt den privaten Wohnungsbau weiter. Auch das Warten auf eine neue Förderkulisse lässt Investoren abwarten. Stattdessen wäre gerade jetzt der Moment, in dem der Bund alles daransetzen müsste, den Schwung bei den Genehmigungen aufzunehmen und zu unterstützen“, kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen.
Im Geschosswohnungsbau, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, wurden von Januar bis Mai 2026 insgesamt 56.100 Wohnungen neu genehmigt. Das entspricht einem Plus von 18,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
„Um den Wohnungsmarkt zu stützen, braucht es jetzt gut gestaltete staatliche Förderprogramme, aber auch Maßnahmen, die wirksam bei den Baukosten ansetzen. Laut Statistischem Bundesamt legte der Baupreisindex für Wohngebäude im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent zu. Hier müssen künftige strukturelle Reformen mit konkreten Umsetzungsplänen ansetzen. Denn nur durch eine stärkere Digitalisierung, serielle und modulare Bauweise, eine Integration von Planung und Bau sowie kostenreduzierte Normen können Kostensenkungen im Wohnungsbau ohne Verzicht auf hohe technische Standards realisiert werden“, so Müller.
Genehmigt, aber nicht gebaut: Die vier Hebel für den Wohnungsbau
Das Statistische Bundesamt hat heute die aktuellen Baugenehmigungszahlen veröffentlicht. Im Mai 2026 wurden 21.000 Baugenehmigungen mehr als im Mai 2025 erteilt – das entspricht einem Anstieg von 24,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern summiert sich die Zahl der Genehmigungen im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 auf 56.100 Wohnungen, ein Anstieg von 18,9 Prozent (+ 8.900 Wohnungen) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
„Wir sehen Bewegung auf dem Papier, aber Wohnraum entsteht auf der Baustelle. Der Markt ist bereit. Jetzt muss die Politik nachziehen. Mit verlässlicher Finanzierung, dem Gebäudetyp E und einem klaren Bekenntnis zum Schutz privaten Eigentums“, so ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan.
Jetzt die richtigen Weichen stellen
Um den Wohnungsbau dauerhaft anzukurbeln und privates Kapital zu mobilisieren, braucht es von der Politik jetzt klare Entscheidungen in vier zentralen Bereichen:
Genehmigungsplus täuscht: Wohnungsbaukrise bleibt ungelöst
Im Mai 2026 wurde in Deutschland der Bau von 21.000 Wohnungen genehmigt. Das sind 24,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Mai waren es insgesamt 104.700 Wohnungen und damit 15,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei neuen Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl um 18,9 Prozent auf 56.100 Wohnungen. Das ist ein erfreuliches Signal, aber leider immer noch keine Trendwende für den bezahlbaren Wohnungsbau.
Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:
„Die
Genehmigungszahlen bewegen sich in die richtige Richtung, allerdings
von einem niedrigen Niveau aus. Gleichzeitig kennt das Geschäftsklima im
Wohnungsbau laut ifo Institut
derzeit nur eine Richtung: nach unten. Sowohl die aktuelle Lage als
auch die Aussichten für die kommenden Monate werden von den Unternehmen
zunehmend schlechter bewertet. Entscheidend ist deshalb nicht die
monatliche Genehmigungsstatistik, sondern was tatsächlich auf den
Baustellen ankommt. Hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie immer neue
Anforderungen machen weiterhin viele bereits genehmigte Vorhaben
unwirtschaftlich und lassen sie zu Schubladenprojekten werden.
Die Gesamtlage bleibt dramatisch: Bundesweit dürften 2026 nur noch rund 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden – bei einem jährlichen Bedarf von rund 320.000. Auch die sozial orientierten Wohnungsunternehmen müssen ihre Neubauinvestitionen um fast 26 Prozent zurückfahren und werden voraussichtlich nur noch rund 16.000 statt zuvor gut 24.000 Wohnungen fertigstellen. Das aktuelle Genehmigungsplus kann diesen massiven Einbruch nicht annähernd ausgleichen.
Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass aus steigenden Genehmigungen auch wirklich mehr statt immer weniger bezahlbare Wohnungen entstehen. Dafür braucht es verlässliche und langfristig planbare Förderbedingungen, deutlich niedrigere Bau- und Finanzierungskosten, schnellere Verfahren und stärkere Anreize für kostengünstigen Wohnungsbau. Ein positives Signal ist die Verbesserung der EH55-Förderung, für die sich der GdW eingesetzt hat: Bereits geschlossene Verträge mit Generalunternehmern führen künftig nicht mehr automatisch zum Förderausschluss. Das ist ein wichtiger Schritt. Ihm müssen nun viele weitere Schritte folgen, damit mehr Projekte wirtschaftlich realisiert und schneller gebaut werden können.“
Baugenehmigungszahlen: Nur wirklich gebaut zählt
Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen bewertet die aktuell steigenden Baugenehmigungszahlen des Statistischen Bundesamts mit Vorsicht.
„Auf dem Papier steht ein Plus, nur in der Realität schaffen es viele Projekte nicht über die Genehmigung hinaus. Das liegt an den weiter steigenden Kosten für Material und Finanzierung. Das liegt an Förderungen, die plötzlich gestrichen werden. Das liegt aber auch an den immer noch fehlenden Vereinfachungen, dem nötigen Schub beim Abbau von bremsender Bürokratie.“, erklärt BFW-Präsident Dirk Salewski.
„Genehmigt heißt nicht gebaut, das sagen wir immer wieder. Und auch wenn die Baugenehmigungszahlen effektiv steigen, sollte sich niemand täuschen: Wir werden in diesem Jahr keinen signifikanten Zuwachs bei den Fertigstellungen sehen. Die Krise ist nicht vorbei, auch wenn diese Zahlen einen Silberstreifen bedeuten können. Zudem kommen wir von einem sehr niedrigen Niveau bei den Genehmigungen und den Fertigstellungen, da sind ein paar tausend Wohnungen erfreulich, bei unserem echten Bedarf aber keine Trendwende, leider.
Wir wollen bauen - doch nur mit bezahlbaren, praktikablen Standards kann der Wohnungsbau sein volles Potential entfalten und den Wohnungsmarkt entlasten. Der Gebäudetyp E bietet die Chance das Blatt zu wenden. Wir müssen jetzt in die Umsetzung kommen. Der Gebäudetyp E muss das neue Normal werden, der Gesetzentwurf muss jetzt endlich kommen“, erklärt Salewski.
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